• 👋 Willkommen im SOFA!

    Selbstorganisiertes fächerverbindendes Arbeiten.

    📌 Häufige Fragen zu SOFA

    An der GTS soll demokratisches Lernen erlebbar werden. Neben dem Ausbau der bestehenden Standards, wie beispielsweise dem Klassenrat, dem Schülerrat oder den Projekttagen, sollen die Schülerinnen und Schüler künftig in den Klassenstufen 5 bis 10 die Möglichkeit erhalten, projektbasiert, phänomenorientiert, fächerübergreifend und selbstorganisiert Selbstwirksamkeit und intrinsische Motivation zu erfahren.

    Derartiges Lernen entspricht internationalen bildungspolitischen Entwicklungen hin zu kompetenzorientierten und schülerzentrierten Lernformen (Vgl. z.B. OECD Learning Compass 2020, 2019; Gutachten der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz, 2025). Diese Lernformen fördern insbesondere Problemlösefähigkeit, Selbststeuerung, Kooperation und Transferkompetenz und gelten daher als zentrale Elemente zeitgemäßer Unterrichtsentwicklung.

    Zu diesem Zweck werden zwei bis drei Blöcke wöchentlich im Jahrgang klassenübergreifend organisiert, in denen Makro- sowie Mikroprojekte durchgeführt werden. Hierbei bilden verschiedene Fächergruppen Konglomerate. Die vorhandenen Synergien werden genutzt, um Großprojekte zu entwickeln, in denen sich Lehrplaninhalte jedes Faches wiederfinden.

    Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern Verantwortung für ihr Lernen zu übertragen und ihnen gleichzeitig Wahlfreiheit bezüglich des konkret zu bearbeitenden Themas, der Sozialform und der zeitlichen Organisation ihrer Projekte zu ermöglichen. Die Lernenden partizipieren am Lehr- und Lernprozess, erhalten verstärkt Gelegenheit, sich selbst zu verwirklichen und entwickeln damit Kompetenzen, die für das aktive Mitgestalten einer demokratischen Gesellschaft essenziell sind.

    • Schuljahr 23/24
      • Entwicklung des Grobkonzepts
      • Entwicklung von Projekten für den Jg. 7 im Fächerverbund Deutsch, Geschichte, Ethik/Religion, GRW
    • Schuljahr 24/25
      • konkrete Ausgestaltung der Projekte Jg. 7
      • Grobplanung Jg. 8 (Mathe, Physik, individuelles Fördern und Einbindung Ethik, GRW, Englisch, Kunst, Chemie)
    • Schuljahr 25/26
      • Beginn SOFA in Jg. 7
      • Evaluation
      • konkrete Ausgestaltung der Projekte Jg. 8
      • Grobplanung Jg. 6 und 9
    • Schuljahr 26/27
      • Evaluation
      • Beginn SOFA in Jg. 8
      • konkrete Ausgestaltung der Projekte Jg. 6 und 9
      • Grobplanung Jg. 5 und 10
    • Schuljahr 27/28
      • Beginn SOFA in Jg. 6 und 9
      • konkrete Ausgestaltung der Projekte Jg. 5 und 10
      • Evaluation
    • Schuljahr 28/29
      • Beginn SOFA in Jg. 5 und 10
      • Evaluation

    „Bildungsland Sachsen 2030" ist eine langfristige Strategie des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus, mit der das Schulsystem im Freistaat Sachsen bis zum Jahr 2030 weiterentwickelt und zukunftsfest gemacht werden soll: durch neue Lernkulturen, mehr Beteiligung, moderne Lehr-Lern-Formate und eine stärkere Vernetzung zwischen Schule und Gesellschaft. Die konkreten Maßnahmen sollen größtenteils bis 2030 umgesetzt werden, erste Schritte starten bereits zum Schuljahr 2025/26 (Vgl. Strategiepapier Bildungsland Sachsen 2030, 2024).

    Das Strategiepapier legt u.a. fest, dass klassischer Fachunterricht und fächerverbindendes Lernen in Sachsens Schulen bis 2030 perspektivisch gleichwertig nebeneinanderstehen sollen. Die beiden Unterrichtsformen sollen aufeinander abgestimmt werden und sich ergänzen, um Lernen als ganzheitlichen, vernetzten Prozess zu stärken, statt getrennte Wissensbereiche isoliert zu behandeln. Damit sollen Lernende besser auf die komplexen, realen Herausforderungen unserer Zeit vorbereitet werden, die meist über einzelne Fächergrenzen hinausgehen. Schulen dürfen zu diesem Zweck selbst entscheiden, inwiefern die Stundentafeln im Umfang von 2–6 Wochenstunden flexibilisiert werden. Außerdem sollen Phasen des selbstorganisierten Lernens fest in den Schulalltag integriert und über digital gestützte Lernformen unterstützt werden.

    Mit SOFA liegt an der Gerda-Taro-Schule ein Konzept vor, das im Rahmen von vier Wochenstunden all diese Punkte vereint und vor allem mit ausreichend zeitlichem Abstand, strukturiert Schritt für Schritt sinnvolle Aspekte des „Bildungslandes" implementiert.

    Bei der Erstellung und Umsetzung des SOFA-Konzepts orientieren wir uns stark an Projektformen, die seit Jahrzehnten an Schulen erfolgreich durchgeführt werden (wie z.B. dem Jenaplan-Konzept). Bestehende Modelle sollen auf die Spezifikationen der GTS angepasst und an der Schule gelebte bzw. in der Entwicklung befindliche Konzepte eingearbeitet werden. Es bietet sich dadurch die Chance, ein an den tatsächlich gegebenen räumlichen, sächlichen und personellen Voraussetzungen unserer Schule orientiertes Projekt zu generieren.

    Im Jahrgang 7 bilden die Fächer Deutsch, Geschichte und Ethik/Religion den Fächerverbund. Jedes dieser Fächer gibt einen Teil seiner Wochenstunden sowie entsprechende Lehrplaninhalte ab. Deutsch wird beispielsweise anstatt in vier Wochenstunden nun in zwei Wochenstunden als reiner Fachunterricht abgehalten. Zwei Wochenstunden werden in der neu entstehenden Projektzeit integriert. Demnach verbleiben beispielsweise die Thematik „Balladen" und „Grammatik" im Fachunterricht, Inhalte wie „journalistische Textsorten" oder der „Umgang mit Sachtexten" werden durch den Projektunterricht abgedeckt und gesichert.

    Im Jahrgang 8 besteht der Fächerverbund aus Mathematik, Physik und einer Stunde aus dem Pool des individuellen Förderns. Hier soll eine Vertiefung der stundengebenden Inhalte sowie die Verknüpfung mit ethischen, politischen, künstlerischen und wirtschaftlichen Themen stattfinden. Es entsteht beispielsweise ein Großprojekt zur Klimaphysik, außerdem soll ein Praktikum zum Umgang mit digitaler Messtechnik, welche ab der Klasse 9 verstärkt eingesetzt wird, durchgeführt werden.

    Die Fächerverbundsplanungen für die Klassenstufen 6 und 9 laufen derzeit. Aller Voraussicht nach wird jedes Fach im Verlauf der Sekundarstufe I mindestens einmal ins SOFA einbezogen sein. Des Weiteren wird angestrebt, Fächer wie Kunst, Musik, Tanz und Informatik im laufenden Fachunterricht passgenau und lehrplanrelevant einzubinden.

    Die Makroprojekte sind darauf ausgerichtet, ausgewählte Teile des Lehrplans exemplarisch zu behandeln. Hier wird punktuell inhaltlich sehr detailliert gearbeitet, was eine stärkere Fokussierung auf die (Weiter-)Entwicklung von Kompetenzen ermöglicht. Alle Lernenden erhalten Einblicke in die relevanten Lehrplanthemen. Dabei wird Wert auf die einheitliche Sicherung von besonders relevanten Grundlagen und Bereichen, wie beispielsweise der Französischen Revolution im Fach Geschichte, gelegt.

    Der klasseninterne Fachunterricht dient der Behandlung übriger Lehrplanthemen und fachspezifischer Methodik.

    Ja! In jedem Makroprojekt (in Jg. 7 sind beispielsweise drei und in Jg. 8 vier geplant) wird die Benotung in den beteiligten Fächern sichergestellt. Je Fach entstehen Noten, welche die Benotung im Fachunterricht ergänzen. Unter Heranziehen aller generierten Noten werden, wie gewohnt, die Zensuren für Halbjahresinformation und Zeugnis gebildet.

    Die Makro- sowie Mikroprojekte sind und werden (straff) durchgeplant. Es wechseln sich Phasen des klasseninternen (Frontal)Unterrichts (Dies stellt die Ausnahme dar: bspw. zur Projekteinführung.), klassenübergreifende Workshopangebote/Stationenlernen und Projektphasen ab. Es erfolgen Leistungserhebungen und -bewertungen analog zum Fachunterricht. Die Mittel extrinsischer Motivation bleiben demnach erhalten. Hinzu kommt die Steigerung der intrinsischen Motivation, die der Erwartung nach mit dem abwechslungsreichen und selbstbestimmten Arbeiten einhergehen wird.

    Eine differenziertere Feedbackkultur (bspw. durch Lehrkräfterückmeldung über die digitale Lernplattform, im Rahmen von Reflexionsgesprächen oder durch das Logbook) sowie die Möglichkeit der vereinfachten Einsichtnahme von Arbeitsständen und Rückmeldungen durch die Elternhäuser erhöhen die Akzeptanz und verdeutlichen die Relevanz vom SOFA.

    Prinzipiell gibt es auch im Regelunterricht Sozialformen und Methoden, die den Kindern liegen oder weniger liegen. Hier heißt es, Anpassungsbereitschaft zu beweisen und/oder sich eine persönliche Nische zu suchen. Dies gilt ebenso im Rahmen von SOFA. Die hier eingesetzten Methoden sind zudem nicht grundsätzlich neu, sondern waren und sind durch die Schülerinnen und Schüler auch im herkömmlichen Fachunterricht immer wieder erlebbar. SOFA sollte als Chance begriffen werden, die für die Lebensrealität essenziellen Kompetenzen wie Organisationsfähigkeit und Teamfähigkeit auszubilden und weiterzuentwickeln. Davon abgesehen ergänzt der fächerverbindende den herkömmlichen Unterricht u. a. methodisch und kompetenzorientiert.

    Jugendliche, die Schwierigkeiten haben, sich in längeren Projektphasen zu strukturieren, werden zum einen durch Gruppenmitglieder angeleitet und können sich zum anderen Hilfe durch Lehrkräfte einholen. Dies kann beispielsweise durch das gemeinsame Aufstellen eines Arbeitsplans erfolgen. Lehrkräfte erkennen in der Regel die individuellen Bedürfnisse ihrer Schülerinnen und Schüler und bieten Unterstützung, um sicherzustellen, dass jedes Kind von verschiedenen Arten des Lernens profitieren kann. Ein konkretes Beispiel ist der durchgängig durch eine Lehrkraft betreute Ruheraum, in den sich Kinder, die in Stille arbeiten wollen oder solche mit Konzentrationsproblemen, zurückziehen können.

    Für Lernende mit Inklusionsstatus sowie für jene, die aufgrund von LRS, bRS oder anderem Unterstützungsbedarf einen Nachteilausgleich benötigen, ist die Verankerung konkreter Unterstützungsmaßnahmen im Förderplan möglich.

    SOFA bietet den Schülerinnen und Schülern, die gerne und effektiv selbstständig und eigenverantwortlich lernen, die Möglichkeit, ihre individuellen Lernbedürfnisse besser zu erfüllen, was im übrigen Fachunterricht oft nicht möglich ist. Auch für diese Lernenden sollte die Schule ein Ort sein, an dem sie sich in ihren Bedürfnissen wahrgenommen und verstanden fühlen.

    SOFA erfordert Geduld. Das selbstständige Lernen entwickelt sich schrittweise und muss wie jede neue Kompetenz erst eingeübt werden. Dabei können Herausforderungen, gelegentliche Unsicherheiten oder Rückschläge auftreten. Diese sind ein normaler und notwendiger Bestandteil auf dem Weg zu mehr Selbstständigkeit und Verantwortung im eigenen Lernprozess.

    Im SOFA-Unterricht arbeiten die Schülerinnen und Schüler in einem klar strukturierten Verantwortungs- und Entwicklungssystem, das fachliches Lernen mit der Förderung zentraler Zukunftskompetenzen verbindet. Grundlage sind verbindliche SOFA-Regeln sowie ein vierstufiges Entwicklungssystem, das unterschiedliche Grade an Selbstständigkeit und Verantwortung abbildet. Dies stellt kein Sanktionssystem dar, sondern ein pädagogisches Entwicklungsinstrument: Es macht Lernfortschritte sichtbar und unterstützt Schülerinnen und Schüler dabei, zunehmend eigenverantwortlich zu arbeiten. Mehr Verantwortung geht dabei schrittweise mit erweiterten Handlungsspielräumen einher. Gleichzeitig bleibt jederzeit eine engere Begleitung möglich, wenn sie für erfolgreiches Lernen notwendig ist.

    Aus der Lernforschung (Vgl. Hattie 2013; Helmke 2017; Zimmerman 2002) ist bekannt, dass Schülerinnen und Schüler besonders nachhaltig lernen, wenn sie

    • ihre Lernprozesse zunehmend selbst steuern,
    • Verantwortung für ihre Arbeit übernehmen,
    • klare Rückmeldungen zu ihrem Lernstand erhalten,
    • erreichbare Entwicklungsziele formulieren,
    • und in verlässlichen Strukturen arbeiten.

    Genau hier setzt das SOFA-System an.

    Die sozial-emotionale Entwicklung wird insbesondere dadurch unterstützt, dass die Schülerinnen und Schüler lernen,

    • zuverlässig mit Regeln umzugehen,
    • ihre Arbeit zu planen und zu dokumentieren (z. B. im Logbook),
    • Unterstützung einzufordern und selbst Unterstützung zu leisten,
    • respektvoll mit anderen zusammenzuarbeiten,
    • Verantwortung für gemeinsame Lernorte zu übernehmen.

    Über das Erreichen einer höheren Entwicklungsstufe wird jeweils nach Abschluss eines Projekts entschieden, eine Rückstufung ist insbesondere aufgrund gravierender Regelverstöße jederzeit möglich. Dadurch bleibt das System flexibel und orientiert sich am aktuellen Lernstand des Kindes.

    SOFA verbindet damit bewusst fachliches Lernen mit der Entwicklung zentraler Kompetenzen wie Selbstorganisation, Verantwortungsübernahme, Kooperationsfähigkeit und Reflexionsfähigkeit.

    An einer großen Schule mit vielen Parallelklassen arbeiten sehr viele Schülerinnen und Schüler gleichzeitig in offenen Lernphasen im SOFA-Unterricht. Damit freies Arbeiten für alle Parteien der Schulgemeinschaft zuverlässig gelingen kann, braucht es deshalb klare, transparente und verständliche Strukturen. Gerade an einer sechszügigen Schule ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler nicht von Klasse zu Klasse unterschiedliche Voraussetzungen erleben, sondern sich auf ein gemeinsam getragenes, nachvollziehbares System verlassen können. So entsteht Fairness für alle Beteiligten. Das System dient daher nicht der Einordnung von Kindern, sondern der Organisation selbstständiger Lernprozesse in einer großen Lerngemeinschaft.

    Das SOFA-Verantwortungssystem ordnet Kinder nicht dauerhaft festen Kategorien zu. Die Entwicklungsstufen beschreiben vielmehr den aktuellen Stand der Arbeitsorganisation im selbstständigen Lernen und helfen dabei, optimale Lernbedingungen zu schaffen. Sie werden regelmäßig überprüft und können sich verändern. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler schrittweise zu mehr Selbstständigkeit zu führen und sie dabei angemessen zu begleiten.

    Die farbigen Bänder dienen in diesem Zusammenhang als sichtbare Orientierung im Schulalltag. Sie zeigen nicht eine Bewertung der Person, sondern machen transparent, welche Arbeitsmöglichkeiten und Freiräume aktuell vorgesehen sind. So können auch Lehrkräfte außerhalb der eigenen Klasse schnell angemessen reagieren und die Schülerinnen und Schüler unterstützen.

    Wichtig ist, dass die Entwicklungsstufen nicht als Rangordnung oder Stigmatisierung verstanden werden. Sie bilden unterschiedliche Schritte auf einem individuellen Lernweg ab und werden im Unterricht auch so thematisiert. Ziel ist es nicht, Kinder zu vergleichen oder festzulegen, sondern ihnen individuelle Lernbedingungen zu ermöglichen und Entwicklung sichtbar zu machen.

    Digital gestütztes Lernen nimmt im SOFA-Unterricht ab Klasse 7 eine wichtige Rolle ein. Moodle stellt dabei die Lernplattform der Wahl dar, auf der sämtliche Arbeitsaufträge organisiert, Materialien bereitgestellt, Lernprozesse dokumentiert und Feedback erteilt wird. Die Entwicklung der Selbstorganisation und des eigenständigen Arbeitens wird damit entscheidend unterstützt.

    Der Einsatz digitaler Lernplattformen wie Moodle entspricht darüber hinaus den Zielen des Programms „Bildungsland Sachsen 2030". Dort ist ausdrücklich vorgesehen, digital gestütztes Lernen als selbstverständlichen Bestandteil von Lehren und Lernen zu begreifen und Formen des selbstständigen digitalen Lernens weiterzuentwickeln. Gleichzeitig wird betont, dass Schulen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen analogem und digitalem Arbeiten gestalten sollen. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler auf eine zunehmend digital geprägte Lebens- und Arbeitswelt vorzubereiten und ihre Medienkompetenz systematisch aufzubauen.

    Für SOFA gilt: Digital gestütztes Lernen bedeutet nicht dauerhaftes Arbeiten am Bildschirm. Im SOFA wechseln sich analoge und digitale Arbeitsphasen bewusst ab. Materialien werden sowohl auf der Plattform als auch als Druck in der „Materialbasis" zur Verfügung gestellt. Moodle dient demnach vor allem der Organisation und Strukturierung des Lernens, nicht als Ersatz für kooperatives Miteinander und persönliche Begleitung.

    Auch der Umgang mit Künstlicher Intelligenz wird im SOFA wie auch im Regelunterricht thematisiert. Die Schülerinnen und Schüler lernen schrittweise, KI als Werkzeug sinnvoll zu nutzen, Ergebnisse kritisch zu prüfen, eigene Leistungen erkennbar zu machen und KI nicht als Ersatz für eigenes Denken einzusetzen. Missbräuchliche Nutzung wird dabei analog zum Regelunterricht geahndet. Ziel ist es, einen verantwortungsvollen Umgang mit neuen digitalen Möglichkeiten zu entwickeln.

    Je Klassenstufe werden sechs Kollegen bzw. Kolleginnen aus der jeweiligen Fächergruppe eingesetzt. Diese sollten sich bewusst dafür öffnen, Inhalte aus anderen Fachbereichen zu begleiten. Die sechs Lehrkräfte sollten aus verschiedenen Fachbereichen stammen, um sicherzustellen, dass jeweils eine Lehrkraft mit grundständiger Ausbildung im Unterricht beratend und anleitend tätig sein kann. Ein Selbstverständnis als pädagogische Begleitung und weniger als klassische Lehrkraft ist von Vorteil.

    Ziel seitens der Schulleitung ist es, Lehrkräfte einzuplanen, die sich bewusst für SOFA entscheiden, da das Konzept nur durch Überzeugung, Engagement, den Willen zur Veränderung und zum eigenen Lernen sowie das Aushalten von Hürden getragen werden kann. Es wird angestrebt, den Einsatz einige Jahre aufrechtzuerhalten, sodass nachhaltige Ergebnisse erlebt, gleichzeitig aber auch gewonnene Erkenntnisse für die Optimierung und Weiterentwicklung vom SOFA geprüft und genutzt werden können.

    Die Planung von SOFA obliegt zunächst dem Kollegium bzw. aus Lehrkräften bestehenden Arbeitsgruppen. Im Rahmen des Projektunterrichts sind verschiedene Workshops, Expertengespräche und Exkursionen angedacht. Diese orientieren sich sowohl inhaltlich als auch methodisch an den Anforderungen der erstellten Lehrpläne. In dem Zusammenhang sind eine Unterstützung und Bereicherung seitens der Elternschaft willkommen. Auch in die Evaluation sollte diese einbezogen werden. Auf dieser Grundlage können auch die Eltern einen aktiven Beitrag zum SOFA an der GTS leisten.

    Der SOFA-Unterricht ab Klasse 7 wird über die digitale Lernplattform Moodle (https://tarosofa.de/) organisiert. Hier finden sich sämtliche Arbeitsaufträge und Materialien. Darüber hinaus dokumentieren die Kinder dort ihre Gruppenbildung, Arbeitsstände und Ergebnisse. Lehrkräfte hinterlassen Feedback oder nehmen Bewertungen vor. All das kann gebündelt auch durch die Eltern eingesehen werden. Damit diese ihr Kind beim Lernen begleiten können, ist es sinnvoll und ausdrücklich erwünscht, dass sie Einblick in die Lernumgebung erhalten. Die Einsichtnahme dient der Unterstützung der Lernprozesse und stärkt die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus. Sie bedeutet jedoch nicht, dass Eltern die Aufgaben ihres Kindes kontrollieren oder bearbeiten sollen, sondern dass sie Interesse zeigen, Rückfragen stellen und ihr Kind beim selbstständigen Arbeiten begleiten können.

    Kinder sollen zu diesem Zweck ihre Zugangsdaten zu Hause bekannt geben.

    Die Umsetzung von SOFA wird regelmäßig evaluiert. Geplant ist, jeweils am Ende eines Schuljahres eine strukturierte Rückmeldung durch die beteiligten Schülerinnen und Schüler, die Eltern sowie die im jeweiligen Jahrgang eingesetzten Lehrkräfte einzuholen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden gemeinsam ausgewertet und gezielt genutzt, um das Konzept weiterzuentwickeln und an die Bedürfnisse der Lernenden anzupassen.

    Darüber hinaus findet Evaluation nicht nur punktuell am Schuljahresende statt, sondern begleitet die Umsetzung auch kontinuierlich im laufenden Unterricht: Die beteiligten Lehrkräfte stehen im regelmäßigen Austausch miteinander, werten Erfahrungen aus den Projektphasen aus und nehmen bei Bedarf zeitnah Anpassungen vor. Zusätzlich stehen die Lehrkräfte im Austausch mit anderen Schulen, die vergleichbare Formen projektorientierten und selbstorganisierten Lernens bereits umsetzen. Auch pädagogische Tage wurden genutzt, um Erfahrungen auszuwerten, das Konzept gemeinsam weiterzuentwickeln und die Umsetzung schulweit abzustimmen.

    Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Rückmeldungen aus der Praxis, Erfahrungen anderer Schulen sowie schulinterne Evaluationen systematisch in die Weiterentwicklung von SOFA einfließen und das Konzept schrittweise qualitätsgesichert weiter ausgestaltet wird.

    Die erfolgreiche Umsetzung vom SOFA lebt, wie viele schulische Entwicklungsprozesse, von einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus. Da es sich um ein Konzept handelt, das schrittweise erprobt und weiterentwickelt wird, braucht es auf allen Seiten Offenheit für neue Lernformen sowie die Bereitschaft, auch mögliche Anfangsschwierigkeiten als Teil der gemeinsamen Schulentwicklung zu verstehen. Gerade in der Einführungsphase lassen sich nicht alle Abläufe von Beginn an perfekt gestalten. Konstruktive Rückmeldungen und Erfahrungen helfen dabei, das Konzept kontinuierlich zu verbessern.

    Sie können Ihr Kind unterstützen, indem Sie Interesse an den Projekten zeigen, Arbeitsprozesse begleiten, bei der Strukturierung helfen und Ihr Kind darin bestärken, Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen. Besonders hilfreich ist es, gemeinsam auf Reflexionsphasen, Logbook-Einträge oder Rückmeldungen aus der Schule zu schauen und diese als Gesprächsanlass zu nutzen.

    SOFA ist ein gemeinsamer Weg der Schulgemeinschaft. Eine offene Kommunikation, gegenseitiges Vertrauen und die Bereitschaft, Veränderungen konstruktiv zu begleiten, tragen entscheidend dazu bei, dass Ihre Kinder von den erweiterten Lernmöglichkeiten bestmöglich profitieren können.